Meine Leidenschaft für Motorräder begann früh – viel zu früh, um legal zu sein. Mit dreizehn fuhr ich mein erstes Mofa, heimlich und mit glänzenden Augen. Mit fünfzehn durfte ich endlich offiziell und bekam meine erste eigene Maschine: eine Zündapp Bergsteiger. Ein Jahr später folgte die Zündapp KS 50 WC – mit ihr ging es zu meinen ersten Rennen am Nürburgring.

Parallel zu dieser frühen Faszination für Geschwindigkeit und Technik absolvierte ich eine Ausbildung zum Schlosser. Für mich war immer klar, dass ich Metallbearbeitung – Schweißen, Drehen, Fräsen – mit meiner Begeisterung für Mechanik verbinden wollte. Also folgte eine zweite Ausbildung zum Motorradmechaniker, bei einem Yamaha- und Ducati-Händler.

Danach zog es mich ins Ausland, natürlich wieder rund ums Thema Motorrad. Zurück in Deutschland machte ich mich selbstständig und führte eine Moto Guzzi- und KTM-Vertretung. In dieser Zeit lernte ich John Britten kennen – eine Begegnung, die mich bis heute prägt. Gleichzeitig begann der ernsthafte Einstieg in den Rennsport.

Nach der Selbstständigkeit ging es beruflich nach Italien: zu Moto Guzzi als Techniker im Außendienst, verantwortlich für die Betreuung der deutschen Händler. Nach der Schließung der Abteilung wechselte ich zu Ducati, wo ich viele Jahre Händler technisch betreute und in Bologna Schulungen durchführte.

Nach der Italien-Zeit ging es zurück an die Werkbank – zu einem Yamaha-, Suzuki- und KTM-Händler, wieder dorthin, wo meine Wurzeln sind: an die Hebebühne, ans Werkzeug, an die Maschinen. Nebenbei wurde weiter gefahren und geschraubt, im Rennsport und bei historischen Events – bis heute.

Die Classics haben mich schon lange fasziniert. Ehrliche Mechanik, echte Substanz, klare Technik. Gefahren wurde und wird in der Deutschen Historischen Meisterschaft, der belgischen Classic-Meisterschaft und bei Classic-Events in den Niederlanden.

All das – Schrauberei, Rennsport, Metallbearbeitung, Auslandserfahrung und Jahrzehnte Werkstatterlebnis – fließt heute in meine Arbeit ein. Jede Maschine, die ich anfasse, erzählt eine Geschichte. Und ich tue alles dafür, ihr das nächste Kapitel zu schenken.

Jede Restauration ist für mich ein Stück Detektivarbeit.
Schraube für Schraube entsteht wieder das, was einst Begeisterung ausgelöst hat: ehrliche Mechanik, purer Klang, zeitloses Design.
Dabei verlasse ich mich nicht nur auf technisches Wissen, sondern auf Erfahrung, Geduld und ein Gespür für Originalität.

In meiner Werkstatt geht es um mehr als nur Technik. Es geht um Ehrlichkeit, Vertrauen und Freude an der Arbeit. Ich sehe jedes Motorrad als gemeinsames Projekt – zwischen Fahrer und Schrauber, verbunden durch Leidenschaft für das Echte.